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Eine Reise ins Unbekannte – 5 Life Learnings, mit denen ich für die Zukunft optimal aufgestellt bin

Meine-5-Life-Learnings

Maximilian Laborenz

Nach zwei erfolgreich abgeschlossenen Studien der Geographie & Tourism-Management und Erfahrungen als Digital Marketing Stratege aus den Bereichen Data-Driven Marketing, Online Vertrieb, Online Marketing und Inhouse Consulting in verschiedenen Agenturen, entschied ich mich meiner Leidenschaft zu folgen und mich im Digital Marketing freiberuflich selbständig zu machen.

30. Juli 2020

Beim letzten Artikel habe ich mich in weiten Teilen darauf eingeschossen, wie ungünstig die Zeichen hinsichtlich einer hinreichenden und verlässlichen Lebensplanung in Deutschland für mich stehen. Der Blick war sozusagen auf die äußeren Faktoren gerichtet. Ich bin mir sicher, dass ich dem/der ein oder anderen aus der Seele gesprochen habe.✌️

Ich hatte Euch darauf hingewiesen, dass es nicht dabei bleiben würde und habe indes von meinen wichtigsten Learnings gesprochen, die ich heute gerne an Euch adressieren möchte, quasi meine Antwort auf meine persönliche Krise in der Corona-Krise. 😉 Es geht heute tatsächlich darum, dass ihr – resultierend aus den Erfahrungen der letzten Jahre – mehr zu meiner Lebenseinstellung erfahrt und wie ich aus dieser doch immer wieder verzwickten Situation mir Wege suche, mit denen ich den Blick nach vorne zu richten versuche. Viel Text, aber es lohnt. ?

 

Die Kunst sein eigener Psychologe zu sein: Know your truths!

Alles hat damit angefangen, als meine selbst eingereichte Kündigung Anfang des Jahres wirksam wurde und ich ohne einen Plan B in der Tasche, auf einen neuen Alltag losgelassen wurde. Keine festen Aufgaben, keine großen Verpflichtungen, keine Geschäftstermine, kein kollegialer Wissensaustausch, soziale Interaktion durch die allmählich immer näher rückende Corona-Einschränkungen auf minimaler Flamme. Me, myself and I. Oh nein, nicht schon wieder…Ich wusste aber sehr wohl, dass ich keine andere Wahl hatte, wenn mir etwas an MIR, sprich meinem Wohlbefinden und meiner Entwicklung, liegt. Fühlt sich so Stillstand an? Definitiv Ja. Es ging für mich einfach nicht mehr weiter. Tja, und wie so oft in den Jahren zuvor habe ich mich wie in einer Sackgasse gefühlt. Es reicht, Schluss damit!

Die Devise für die anfängliche Zeit in unserer gemütlichen Wohnung in Stuttgart-Süd: Einfach mal zur Ruhe kommen und herausfinden, wo ich gerade stehe und was mich im Leben zu dem Menschen macht, der ich sein möchte. Mir war wichtig, so reflektiert wie möglich an die Sache heranzugehen und mir viel Zeit für die Vogelperspektive zu nehmen. Diesen wichtigen Prozess habe ich dann eigenständig innerhalb von 12 Wochen durchlaufen, mit unter anderem folgenden Fragen:

  • Welche Werte trage ich in mir?
  • Welche Träume möchte ich mir in meinem Leben erfüllen?
  • Welche Gewohnheiten sollte ich beibehalten, welche ändern oder sogar neu einführen?
  • Welche Rolle soll mein Umfeld spielen?
  • Welches Potential schlummert da in mir, was unbedingt noch geweckt bzw. rausgelassen werden möchte?

Schnell wurde mir klar, dass sich im Laufe der Zeit so einiges verändert hat. Zum Guten? Zum Schlechten? Keine Ahnung. Vieles ist mir abhanden gekommen, einiges aber auch – Gott sei Dank – geblieben. Entscheidungen müssen nun mal getroffen werden. Drum war es nur die logische Schlussfolgerung, dass ich mir mein eigenes Lebenswerk kreieren möchte und auf das aufbaue, was mir bisher in meine Hände gelegt wurde.

Ich bin in meiner Recherche auf den Menschentypus des Neo-Generalisten gestoßen und habe mich anhand meiner Charaktereigenschaften sofort darin wiedergefunden:

✅ change
✅ multi-passionate
✅ willpower
✅ ambition
✅ thinking outside the box

Im Umkehrschluss hat das zu bedeuten, dass ich extrem anpassbar bin und nicht wirklich in eine Schublade mit klassischen Berufsbildern gesteckt werden kann. Ich sehe es als wahrlich großen Schatz, mit dem viele Leute da draußen aber erstmal nichts anzufangen wissen. Das Talent ist wohl nicht offensichtlich genug und man könnte quasi als Underdog abgestempelt werden.

Die Ergebnisse lassen sich insgesamt sehen und ich kann sehr gut damit leben. Mir war wichtig zu erkennen, welche Assets ich in Zukunft bedienen möchte, die mich zu meinen Lebenszielen führen und gleichzeitig in alle möglichen Richtungen wachsen lassen. In erster Instanz sind das Investitionen in mich selbst (Weiterbildung, Sport,…) und die Integration des Freiheitsgedanken, ein absolutes Lebensthema. Ein kleiner Vorgeschmack gefällig? Da ich im Großen und Ganzen zwar kein sicherheitsaffiner Mensch bin, fällt der Aspekt um finanzielle Sicherheit hingegen umso mehr ins Gewicht und ich möchte mir auch dahingehend Freiheiten schaffen (was nicht unbedingt heißt, dass ich bereit bin höhere Ausgaben zu generieren oder konsumorientiert zu leben). Mal abgesehen von meinen beruflichen Vorstellungen, möchte ich mich in jedem Fall mehr um wichtigere Dinge im Leben kümmern: Freunde, Familie, Gesundheit und Lebensqualität

Wen es darüber hinaus interessiert, der kann in dem Bereich „Über mich“ mehr über meine Lebensphilosophie und sonstigen Werte erfahren. 🙂

 

Such’s dir aus: Verspätete „Quarter Life Crisis“ oder verfrühte „Midlife Crisis“?

Ich befinde mich immer noch auf der Suche und stelle viele Fragen an das Leben. Da ich in diesem Jahr aufgrund der Covid-19 Pandemie – im Vergleich zu vorher – physisch nur noch sehr selten in die Ferne schweife, unternehme ich umso öfter eine Reise zu mir selbst und versuche so meine inneren Bedürfnisse und Überzeugungen auf den Prüfstand zu stellen.

Das geht von Spiritualität bis hin zu Coaching-Methoden, quasi alles im Umgang mit langfristiger Lebensorientierung oder kurzfristiger Unzufriedenheit (auch Stress-Reduktion). Dabei bin ich auf hilfreiche Modi und inspirierende Tipps gestoßen, eigne mir immer mehr Wissen an und kann immer mal wieder Inspiration aufsaugen.

Aufpassen muss man nur ab dem Moment, wo man der ganzen Persönlichkeitsentwicklungs- und Selbstoptimierungsszene (sprich Suche nach Lebenszweck/Sinn/Produktivität) zu viel Raum und Zeit schenkt. Man tut im Endeffekt nicht gut daran alles und immer in Frage zu stellen oder stets nach anderen, besseren Möglichkeiten Ausschau zu halten, sodass man der Gefahr ausgesetzt ist, eine psychische Dauerbelastung daraus zu stricken. Ein Gedanke der mir da aufkommt, ob man sich dadurch nicht sogar künstlich Stress erzeugt, nämlich da wo eigentlich gar keiner ist, sich somit einen unangenehmen Floh ins Ohr setzt und sich in sein eigenes Hamsterrad begibt.

Auf Basis der gemachten Erfahrungen und betriebenen Recherche stelle ich fest, dass es zwei gegensätzliche Strömungen gibt, die dir das Erleben und Vorankommen im Leben schmackhafter machen sollen: Die esoterische Ecke mit „Go with the flow and trust in life“ (Der Weg ist sozusagen das Ziel – einfach mal machen und es ergibt sich schon etwas) VS. die Productivity-Hardliner mit dem Credo „Start before you are ready“ (Auslösen des Dominosteineffekts – Erfolg baut planvoll und nur mit viel Eigenitiative und Selbstdisziplin aufeinander auf).

Das Angebot an kleinen Helferlein ist groß. Die ganzen Bücher, Ratgeber und Gurus tun ihr Übriges, sodass man sich am Ende von all den Informationen wohl eher erschlagen fühlt als das man jetzt genau weiß, was für einen das richtige ist und wohin der Weg für einen tatsächlich führen soll. Es gibt kein richtig und kein falsch, für mich teils sehr ambivalent und zwiespältig. Daher ist es besser sich mehr auf das zu konzentrieren, was einem wirklich und akut weiterhilft. Jeder durchlebt seine eigene persönliche Krise und erlebt sie entsprechend anders, unter anderen Vorzeichen und persönlicher Erfahrungen. Jeder weiß sich daher so zu helfen, wie es für einen am besten passt oder am sinnvollsten erscheint. Du selbst bist dein bester Coach.

„Es ist besser, das Leben hat keinen Sinn, als es hat einen Sinn, dem ich nicht zustimmen kann“ (Ashleigh Brilliant) 

Life Learning #1: Vertraue dem Unbekannten und alles wird gut.

Es sind nicht die bequemsten und einfachsten Dinge im Leben, die uns weiterbringen oder stärker machen (und damit meine ich nicht unbedingt das was einem im Beruf abverlangt oder „gechallenged“ wird, sondern alles in Bezug auf private und wegweisende Lebensentscheidungen vor denen wir zurückschrecken). Gleichzeitig sollte man aber immer nur so weit gehen, wie gut es einem tatsächlich tut und wie aufgehoben man sich fühlt. Das Konzept der „Psychologischen Sicherheit“ (erforscht von Google im Zusammenhang mit effektiver Teamarbeit) sollte hier besondere Erwähnung finden.

Wenn dies NICHT der Fall ist, dann ändere was oder zieh‘ die Reißleine. Jede Art von Gegenwehr ist Gift und wird sich früher oder später bemerkbar machen. Sei einfach ehrlich zu dir selbst und nimm die verletzende Komponente sowas von gerne in kauf, ohne jemals einen Gedanken daran zu verschwenden, welche (negativen) Konsequenzen es mit sich bringen könnte. Es bringt dich nicht weiter, ein Schutzschild aufzubauen, nur um „tough“ zu wirken oder andere beeindrucken zu wollen. Ich werde mir niemals mehr von Leuten eintrichtern lassen, was ich an mir ändern sollte – besser gesagt, was jemand an mir gerne geändert haben möchten – sondern ich stehe zu meinen Schwächen. Kein einfaches Unterfangen in einer Welt, die Leistung in Perfektion anstrebt und damit einhergehend auch für Menschen gültig ist.

Rückblickend betrachtet, habe ich mit jeder bevorstehenden und noch so schweren Entscheidung immer so mit mir versucht zu verhandeln, dass ich den Sprung ins kalte Wasser in Kauf genommen habe. Beispiel gefällig? Ich habe meine Höhenangst mit einem Bungee Jump aus 43 Höhenmetern überwunden. Und tatsächlich ist das eingetreten, was ich mir erhofft habe: Es war so fantastisch, dass ich ein zweites Mal gesprungen bin. Bitte, bitte mehr von solch emotionalen Momenten. Lass‘ dich also voll drauf ein und du wirst ein Gewinner sein.

„Übe dich auch in den Dingen, an denen du verzweifelst.“ – Marc Aurel

Life Learning #2: Die Welt ist so wie Du sie wahrnehmen möchtest.

Wir stecken in unserer hoch entwickelten westlichen Welt in einer Zeit fest, in der die psychologischen Einflussgrößen noch nie so massiv auf uns eingewirkt haben. Das richtet gewaltig etwas mit uns an. Wir müssen uns ständig, immer und überall, anpassen. Wir sind in allen Lebenssituationen mittlerweile auf Schnelligkeit getrimmt und gehen, ob gewollt oder ungewollt, ans Limit und darüber hinaus.

Wenn uns doch mal alles zu viel wird, entwickeln wir Strategien dem stressigen Alltag zu entfliehen, indem wir Körper und Geist wieder in die Mitte bzw. in Einklang mit uns selbst versuchen zu bringen (z.B. Praktiziereb von Achtsamkeitsmeditation oder Yoga). Ab und an finde sogar ich Gefallen daran und bin grundsätzlich ein Befürworter der Mindfulness-Bewegung.

Ich finde es jedoch bedenklich, dass wir erst mit zunehmendem Wirkungsgrad begreifen, dass uns das Ruder allmählich aus der Hand gerissen wird. Wir fangen immer erst bei uns selbst an und hinterfragen uns. Doch führt das zum Ziel? Anstatt die Wurzel allen Übels auszumachen und dort anzusetzen, wo Probleme entstehen (vgl. Kausalitätsprinzip), kehren wir in uns und versuchen alles von uns fernzuhalten. An diesem Punkt angekommen, wollen wir endlich wieder Herr der Lage sein, obwohl wir uns eigentlich unter Druck gesetzt fühlen, mit der Fülle an Aufgaben und Verantwortung im Beruf nicht klar kommen. Im schlimmsten Fall verlieren wir sogar komplett die Kontrolle (Stichwort Burn-out). Wir sind verdammt gut darin, über Fehlentwicklungen hinwegzuschauen, vor allem aber die Realität nicht anerkennen zu wollen. Natürlich, wir tun im Endeffekt besser daran, uns die positiven Dinge vor Augen zu halten. Naja, wenn das die Lösung ist…

Die Anforderungen an unsere Umwelt wachsen mit jedem weiteren Tag. Ich glaube wir sind uns dieser Last manchmal gar nicht so wirklich bewusst. Der Mensch wird in seinem Wesen und in seinen Fähigkeiten immer Mensch bleiben. Wir sollten daher wieder mehr Wert auf unsere Gefühle legen und mit unserer emotionalen Intelligenz spielen. Zeigen wir uns doch von unserer besten Seite. Nur auf diese Art und Weise schaffen wir es vorausgerichtete Antworten auf wichtige Lebensfragen zu kreieren. Ein klarer Blick versetzt Berge.

“Wahre Intelligenz arbeitet im Stillen. Es ist die Stille, in der Kreativität und Problemlösungen zu finden sind.” – Eckhart Tolle

Life Learning #3: Es kommt immer anders als man denkt.

Trotz der heutzutage aufkommenden zahlreichen Möglichkeiten ist es wahnsinnig schwierig Fuß zu fassen und auf Entscheidungen hinzuarbeiten, die einem den gewünschten Zieleffekt bringen. Ich muss zugeben, die letzten Jahre haben mächtig Körner gekostet. Alleine viermal den Arbeitgeber innerhalb von vier Jahren in eher anspruchsvollen Wissensjobs in einem dynamischen Umfeld zu wechseln, richtet schon etwas mit einem an. Schon klar, Veränderung ist mit erstmal mit Schmerz verbunden. Das Problem? Das waren sehr viele, in sehr kurzer Zeit. Aber egal, ich hake es an der Stelle einfach mal als „Scheitern im kleinen Stil“ ab und ziehe meine Lehren, erinnere mich sehr gerne an die schönen Momente zurück. 

Ich hätte mir sehr gewünscht, dass sich mit dem Schritt in die Arbeitswelt nachhaltig etwas entwickelt, worin ich unbändigen Wille verspüre und mir nachhaltig einen Namen machen kann. Es hat sich nie richtig angefühlt. Manchmal braucht es Abstand, vor allem aber einen Perspektivwechsel, damit man die wichtigen Dinge im Leben nicht aus den Augen verliert. Es wäre schön zu erfahren, wenn etwas Ruhe in meinen Alltag einkehren würde und Ziele nicht immer neu definiert werden müssten. Aber ich gebe nicht auf und bleibe meiner inneren Stimme treu, auch wenn es manchmal anstrengender ist als man erahnen könnte.

Eine Anekdote: Als ich Anfang des Jahres aus dem Job ausgeschieden bin, war der eigentliche Plan ab Herbst 2020 für mind. ein halbes Jahr den südamerikanischen Kontinent zu bereisen. Die Ideen waren vielfältig – von Intensiv-Spanisch-Kurs bis hin zur Unterstützung von sozialen Community-Projekten. Nebenher wollten wir in aller Seelenruhe Zukunftspläne schmieden und die Zeit nach unserer Rückkehr vorbereiten. Das ganze Vorhaben hat sich aus bekannten Gründen im Frühjahr/Sommer schnell verflüchtigt, sodass wir uns mit dem Gedanken leider final verabschiedet haben. Das ist uns zu heikel. Jetzt könnte man in Bezug auf die Kündigung vorschnell auf die Idee kommen und sagen „Hätte ich das gewusst, dann….“. Ich kann euch beruhigen, dieser Gedanke kam bei mir tatsächlich nie wirklich auf (außer ich wurde danach explizit gefragt). Ich verspüre keinerlei Reue oder trauere irgendetwas hinterher. Im Gegenteil, ich stehe dazu und für mich hat sich nichts geändert.

“Life is what happens to you while you are busy making other plans” (John Lennon)

Life Learning #4: Erfolg und Fortschritt fällt dir nicht in den Schoß.

Dass ich mich dem vollzeitnahen und abhängigen Beschäftigungsverhältnis erstmal abgewendet habe, und darum erstmal einen großen Bogen mache, hat seine schon teils erwähnten Gründe. Eine spannende, aber wie sich gerade herausstellt, doch sehr nervenzerreißende und herausfordernde Phase in meinem Leben habe ich mit dem Start in meine Einzelunternehmung eingeleitet. 

Den ersten (internen) Erfolg konnte ich mit dem „Relaunch“ meines Weblogs feiern, der jetzt als Business-Auftritt in neuem Glanz erscheint. Der offizielle Startschuss sozusagen. Von nun an dachte ich, dass es nur noch bergauf geht und die ersten Kunden bestimmt nicht lange auf sich warten lassen. Pfff – Ja nee is‘ klar, ne. 😀 Ein gewisses Maß an Naivität an den Tag zu legen schadet nicht, kann sich aber auch als tückisch erweisen.

Die Suche nach Projektpartnern gestaltet sich derzeit schwierig. Auf der einen Seite ist mein Netzwerk nicht wirklich danach justiert und potentiell interessante Kunden somit rar. In der Zeit als angestellter Marketing-Consultant ist es mir nicht gelungen, mein Netzwerk so auszubauen, dass es potentielle Anknüpfungsmöglichkeiten oder Multiplikatoren gäbe. Das ist irgendwie auf der Strecke geblieben und im Nachhinein total ärgerlich. Auf der anderen Seite kann ich keine nennenswerten Referenzen oder einzelne Projektarbeiten nach außen tragen, da ich ausschließlich im Auftrag für Kunden über meine Arbeitgeber zusammengearbeitet habe. Ein richtiges Steckenpferd ist somit schwer vor Augen zu führen. Dafür hatte ich zu viele verschiedene Aufgabenfelder und Projekte, die neue Fähigkeiten hervorgebracht haben. Somit bin ich im Vorteil, dass ich breit aufgestellt bin und mich recht schnell in Digital-Themen oder komplexe Projekte einfinden kann.

Das alles macht es nicht gerade einfacher, um das anfängliche Vertrauen zu schaffen und wie Schmitz‘ Katze loszulegen. Mein ursprünglicher Plan über ausgewählte Branchen-Events die Finger rumgehen zu lassen ging nicht auf – mehr über das Business erfahren, spannende Kontakte knüpfen, von anderen lernen, mich rantasten. Die Frage „Wie geht es nun weiter?“ stelle ich mir derzeit sehr oft. Was das also betrifft, ist die Unsicherheit definitiv nicht kleinzukriegen, kann es zeitgleich aber kaum abwarten bis sich die erste Projektanfrage oder Aufgabe anbahnt. Für mich heißt es bis dahin erstmal „Dran bleiben!“ 🙂

„Erfolg ist nicht der Schlüssel zum Glück. Glück ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn du liebst, was du tust, wirst du erfolgreich sein.“ – Albert Schweitzer

Life Learning #5: Es stimmt! It’s really all about Flow – Fang an zu leben und lass dich nicht aufhalten.

Das Leben wird umso leichter, je kleiner die Erwartungen sind. Anders formuliert, je mehr Erwartungen ich schnüre und je weiter ich die äußeren, sprich überwiegend negativen Erscheinungen und Faktoren beachte, desto mehr verliere ich an Positivität und Produktivität. Davon möchte ich in Zukunft komplett Abstand nehmen. Mir hilft es extrem in einen Modus zu kommen, der sich leicht anfühlt und mich zu keiner Zeit zum Nachdenken bringt.

Trotzdem bleibt dieses ungute Gefühl in mir zurück, noch nicht da angekommen zu sein wo ich mich gerne gesehen hätte, was immer noch sehr einschüchternd auf mich einwirkt. Die Vielzahl von gescheiterten Versuchen über das klassische Bewerbungsverfahren, Headhunter oder Personalvermittler einen Job im Online-Marketing zu ergattern, schreckt mich total ab und ist, vage ausgedrückt, sehr ernüchternd. Das ist echt eine bittere Pille, die man schlucken muss. Man fühlt sich schlichtweg unter Wert und man sorgt sich automatisch. Ich bin ein positiver Mensch, kann mich aber mit den äußerlichen Rahmenbedingungen derzeit nur wenig anfreunden bzw. finde wenig Gefallen daran mich für andere aufzuopfern, und das bei minimaler Wertschätzung (siehe letzter Blogbeitrag).

Was soll’s – Ich arbeite weiter an meiner beruflichen Zukunft, um die richtige Spur zu finden, auf der ich Fahrt aufnehme und am Ende die Zufriedenheit erreiche, die ich mir so sehr herbeisehne. Mit dieser innerlichen Anspannung muss ich gerade auskommen, aber eins ist klar, es darf in gar keinem Fall zum Dauerzustand werden. Ich möchte weiterhin möglichst viel ausprobieren, Wege ausfindig machen, mir vieles offen halten. Ich bin mir sicher, dass sich die Ausdauer, Fleiß und die „Extra-Meile“ eines Tages auszahlen wird. Ich habe eine Menge gelernt und weiß nun klarer, auf welche Möglichkeiten ich mich besser einlassen sollte und was in meinem Leben einen festen Platz verdient hat. Eins nehme ich mir besonders zu Herzen: Das Leben ist das, was Du daraus machst. Gebe es nicht aus der Hand und lass dich auf keinen Fall in die Knie zwingen!

„Übergroße Erträge entstehen oft durch Wetten gegen die konventionelle Weisheit, und die konventionelle Weisheit hat in der Regel Recht. Bei einer zehnprozentigen Chance auf eine 100-fache Auszahlung solltest du diese Wette jedes Mal annehmen. Aber in neun von zehn Fällen wirst du dich irren… Dieser langwierige Weg hin zu Verteilung von Erträgen ist der Grund, warum es wichtig ist, mutig zu sein. Große Gewinner werden durch viele Experimente geschaffen.“ – Jeff Bezos

 

Finale: Auf das, was da noch kommt…

Die Erkenntnis ist in mir gereift, dass es nichts Schlimmeres gibt als das Gefühl aufgebaut zu haben fremdbestimmt zu sein und nach der Pfeife anderer zu tanzen. Mit dem Schritt in die Selbständigkeit erfülle ich mir einen Traum, von dem ich vor über vier Jahren erstmal abgewendet habe, weil ich dachte, dass mir da draußen vieles abgenommen wird und es mir zunächst einfacher fällt „Normalität“ (in Form von Sicherheit und Planbarkeit) einkehren zu lassen. Ganz gewiss, alles hat seine Vor- und Nachteile. Letzten Endes bin ich mir aber sicher, für wen ich das alles mache und warum ich es so tue, wie ich es tue. Ich glaube felsenfest an das was ich mit meiner Individualität und meinem Können im Stande bin, um voll aufzublühen und mein Potential ausschöpfen zu können. Es bleibt spannend, wo es sich beruflich gesehen hin entwickelt.  ?

Ich kann nur von Glück sprechen, dass ich mit meiner Freundin Jenni seit 4 ½ Jahren einen starken und tollen Menschen an meiner Seite habe. Sie steht in allem hinter mir. Sie macht mein Leben besonders wertvoll. Deshalb geht ein besonderer Dank an sie, weil sie mich jeden Tag bedingungslos unterstützt und mir immer wieder aufs Neue vertraut. Das gibt mir unheimlich viel Kraft und Zuversicht. Ich weiß so unheimlich sehr zu schätzen, was eine stabile und respektvolle Beziehung auf Augenhöhe bewirken kann und bin deshalb sehr stolz auf das was wir bis hierhin schon zusammen gemeistert und vor allem erreicht haben. Wir „funktionieren“ und harmonieren wunderbar als Team in allen Lebenssituationen, ohne uns gegenseitig auszubremsen oder voneinander abhängig zu machen. Eine klare „Rollenverteilung“ verbietet sich bei uns – jeder übernimmt die Aufgaben des anderen und keiner ist sich für irgendetwas zu schade. Ich bin überzeugt, dass man auf diese Art und Weise unheimlich viel zusammen erreichen kann und sich auch hier wiederum Freiheiten ergeben, die zum persönlichen Glück führen. Ein wahnsinniger Halt und ich freue mich tierisch auf die gemeinsame Zukunft. ?

Die Zeit ist mal wieder gekommen abzuschließen, um gedanklich aus dem alten Trott rauszukommen. Wir befinden uns inmitten einer Umbruchphase. Eine emotionale Achterbahnfahrt, tagein tagaus. Manchmal weiß ich um ehrlich zu sein nicht wohin mit meiner Gefühlslage. Es ist gerade schwierig zu sagen, was als nächstes anstehen wird. Stuttgart wird’s wohl eher nicht bleiben. Schade, aber um hier zu bleiben, fühlen wir uns nicht „gesettled“ genug. Der Reiz nochmal was anderes zu erleben zu groß. Daher sind wir uns sicher, dass uns eine Luftveränderung ganz gut stehen würde. Wie erwähnt, Corona hat uns bei vielem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und dennoch hat sich nicht großartig viel an der Situation geändert. Wie auch immer, sind wir gerade am Ausloten, wonach wir uns am meisten fühlen und neuen Schwung erzeugen.

Eins ist klar: Noch nie war die Sehnsucht größer, nach langfristigen Ziele zu greifen und Glück einmal mehr als primäres Lebensziel auszurufen. Um das herauszufinden brauchen wir allerdings Zeit, Muße und einen klaren Verstand. Manchmal hilft es eben doch zwei Schritte zurückzugehen, um einen nach vorne zu kommen…?

 

Wie geht ihr mit solchen Situation um? Was hat euch konkret geholfen mehr Flow aufzubauen?

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